100.000 Euro. Jedes Jahr. Allein durch zwei Wärmetauscher.

Das ist das Ergebnis – und dieser Artikel zeigt Ihnen, wie wir dahin gekommen sind. Schritt für Schritt. Mit echten Zahlen.

Es geht um eine Klärschlammverbrennungsanlage im Ruhrgebiet, die seit Jahren zuverlässig läuft – aber jeden Tag einen fünfstelligen Jahresbetrag durch den Schornstein bläst, ohne es zu wissen. Um einen Betriebsleiter, der beim ersten Gespräch skeptisch war. Und um zwei Wärmetauscher, die das geändert haben.

Die Ausgangssituation

Eine kommunale Klärschlammverbrennungsanlage im Ruhrgebiet betreibt einen Wirbelschichtofen zur thermischen Verwertung des anfallenden Klärschlamms. Die Anlage läuft im Dauerbetrieb – rund 7.500 Stunden pro Jahr – und benötigt zur Aufrechterhaltung der Verbrennungstemperatur kontinuierlich Erdgas als Stützfeuerung.

Zwei Fakten waren beim ersten Gespräch sofort offensichtlich:

Erstens: Die Verbrennungsluft wurde kalt angesaugt. Das bedeutet: Der Kessel musste permanent Energie aufwenden, um kalte Luft auf Verbrennungstemperatur zu bringen – Energie, die man ihm hätte vorwärmen können, bevor sie überhaupt reinkommt.

Zweitens: Das Rauchgas verließ die Anlage mit über 230 °C. Das ist eine Temperatur, bei der erheblich nutzbare Wärme ungenutzt in die Atmosphäre entweicht.

Kurz gesagt: Die Anlage war energetisch nicht ausgeschöpft. Nicht weil jemand schlechte Arbeit geleistet hatte – sondern weil sie ursprünglich nicht auf maximale Energierückgewinnung ausgelegt worden war. Das war 1990 kein Thema. Heute ist es eines.

Die Lösung: Nicht ein Wärmetauscher – sondern zwei, die zusammenarbeiten

Wir haben von Anfang an empfohlen, nicht nur einen einzelnen Wärmetauscher nachzurüsten, sondern beide Abwärmepotenziale gleichzeitig zu heben. Die Begründung war einfach: Wer nur einen der beiden Hebel zieht, lässt die Hälfte des Potenzials auf dem Tisch liegen.

Luftvorwärmer (LUVO): Er entzieht dem Rauchgas einen Teil seiner Restwärme und überträgt sie auf die Verbrennungsluft, bevor diese in den Ofen strömt. Die Luft kommt vorgewärmt an – der Ofen braucht weniger Erdgas, um die Verbrennungstemperatur zu halten. Weniger Erdgas heißt weniger Kosten, weniger CO₂.

Economizer: Er nutzt die verbleibende Restwärme, um Speisewasser vorzuwärmen. Dieses vorgewärmte Wasser wird anschließend für den Prozess verwendet – auch hier: weniger Energie, die anderweitig erzeugt werden muss.

Beide Wärmetauscher wurden in Gussverbundrippenrohrbauweise ausgeführt – wegen der staubbeladenen, feuchten Abgase einer Klärschlammverbrennung ist das keine Kür, sondern Pflicht. Dünnwandige Stahlrippen würden unter diesen Bedingungen innerhalb weniger Jahre korrodieren.


Die Zahlen: Was hat sich konkret verändert?

Hier ist die Rechnung, transparent und nachvollziehbar:

LUVO – Luftvorwärmung: Rückgewinnbare Leistung: ~310 kW Jährliche Energieeinsparung: 310 kW × 7.500 h = 2.325.000 kWh Geldwert bei 0,09 €/kWh: ~209.000 kWh × Erdgasäquivalent = ca. 57.000 €/Jahr

Economizer – Speisewasservorwärmung: Rückgewinnbare Leistung: ~210 kW Jährliche Energieeinsparung: 210 kW × 7.500 h = 1.575.000 kWh Geldwert: ca. 43.000 €/Jahr

Gesamteinsparung: rund 100.000 € pro Jahr.

CO₂-Einsparung: Beide Wärmetauscher zusammen reduzieren den Erdgasverbrauch um rund 3.900.000 kWh pro Jahr. Das entspricht einer CO₂-Einsparung von etwa 785 Tonnen pro Jahr – ein belastbarer Wert für das ESG-Reporting der Anlage.

Investition: LUVO und Economizer zusammen inkl. Montage, statischem Nachweis und Anlagenplanung: rund 540.000 € Gesamtinvestition.

Amortisationszeit: 540.000 € ÷ 100.000 €/Jahr = 5,4 Jahre.

Bei einer technischen Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren bedeutet das: Nach der Amortisation laufen noch 15 bis 20 Jahre mit 100.000 € Einsparung pro Jahr – also kumuliert 1,5 bis 2 Millionen Euro, die ohne diese Investition Jahr für Jahr verloren gegangen wären.

Was der Betriebsleiter am Anfang gesagt hat

„Wir haben das schon mal prüfen lassen. Der Aufwand lohnt sich bei uns nicht.“

Das ist ein Satz, den wir in der einen oder anderen Form öfter hören. Und er kommt meistens nicht aus Desinteresse, sondern aus einer schlechten Erfahrung: Eine Studie wurde beauftragt, die Zahlen sahen gut aus, dann kamen die echten Kosten – und plötzlich stimmte die Rechnung nicht mehr.

Unser Ansatz war deshalb anders: Bevor wir irgendetwas ausgelegt oder berechnet haben, haben wir uns die tatsächlichen Betriebsdaten der Anlage angesehen. Reale Abgastemperaturen. Reale Betriebsstunden. Reale Zusammensetzung des Rauchgases. Und erst auf dieser Basis haben wir eine Rechnung gemacht – keine Modellrechnung mit Annahmen, die eine schöne Zahl erzeugen.

Der Betriebsleiter hat nach dem ersten Termin selbst gesagt: „Das ist das erste Mal, dass jemand wirklich unsere Anlage verstanden hat, bevor er ein Angebot gemacht hat.“

Wie das Projekt abgelaufen ist

Phase 1 – Analyse (kostenlos): Erstes Gespräch, Sichtung der Betriebsdaten, erste Wirtschaftlichkeitsabschätzung. Ohne Aufwand für den Kunden, ohne Verpflichtung.

Phase 2 – Konzept und Angebot: Thermische Berechnung für LUVO und Economizer, Abstimmung der Geometrie mit dem vorhandenen Rauchgasstrang, statischer Nachweis der Bestandsanlage, detailliertes Angebot mit Gesamtinvestition und Amortisationsrechnung.

Phase 3 – Fertigung: Beide Wärmetauscher wurden in unserer Fertigung in Voerde gebaut – inklusive Gussverbundrippenrohren für die besonderen Abgasbedingungen. Lieferzeit ab Auftragsbestätigung: zwölf Wochen.

Phase 4 – Montage im Revisionsstillstand: Einbau beider Wärmetauscher innerhalb eines geplanten Revisionsstillstands – ohne Verlängerung der Betriebsunterbrechung, ohne Zusatzkosten für externe Koordination, weil unser Team die Montage selbst übernommen hat.

Phase 5 – Inbetriebnahme: Nach dem Wiederanfahren der Anlage: sofortige Wirkung. Die Abgastemperatur am Kamin sank messbar, der Erdgasverbrauch der Stützfeuerung reduzierte sich bereits in den ersten Betriebswochen erkennbar.

Was Sie aus dieser Case Study mitnehmen können

Drei Fragen helfen Ihnen, schnell einzuschätzen, ob Ihre Anlage ein ähnliches Potenzial hat:

1. Mit welcher Temperatur verlässt das Rauchgas Ihre Anlage? Alles über 160 °C bedeutet: Da ist noch ungenutzte Energie.

2. Wird die Verbrennungsluft vorgewärmt? Wenn nicht, ist ein LUVO der direkteste Hebel.

3. Wie viele Betriebsstunden läuft Ihre Anlage pro Jahr? Ab etwa 5.000 Stunden rechnet sich eine kombinierte Lösung in fast allen Fällen innerhalb von fünf bis sieben Jahren – oft schneller.

Wenn Sie auf alle drei Fragen eine Antwort haben und die Zahlen ähnlich aussehen wie in dieser Case Study: Dann lohnt es sich, das Gespräch zu suchen.

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